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Segelfliegen in und über den Dolomiten

Viele heimische Segelflugpiloten zieht es immer wieder zum Hochgebirgssegelfliegen gen Süden in die Alpen. Startflugplatz für einige Piloten des SFC Betzdorf-Kirchen hierfür ist seit einigen Jahren Feldkirchen am Ossiacher See in Kärnten auf der Alpensüdseite Österreichs.

 

Fantastische Ausblicke in der Bergwelt der Dolomiten 

"Die Faszination des motorlosen Dahingleitens inmitten dieser grandiosen Bergwelt, die einzigartigen, gewaltigen Eindrücke, resultierend aus sich ständig wechselnden Blickwinkeln, die sich so nur dem Segelflieger eröffnen, zu beschreiben und in Worte zu fassen, ist eigentlich kaum möglich", sagt SFC-Pilot Jürgen Dornhoff. Ausgehend von Feldkirchen erlebte er Ende Juni einen für ihn besonders faszinierenden Flug, dessen Beschreibung wir Euch nicht vorenthalten wollen.

Die Wetterprognose am Vortag ließ hoffen, dass große Flüge weit nach Westen möglich sein sollten. Kurz nach dem Start gegen 10:30 Uhr als der Blick nach Süden und Westen frei wurde zeigte sich, dass sich bereits die ersten Cumulanten (Quellwolken) bildeten. Ein sicheres Zeichen für Thermik (unterhalb der Wolken aufsteigende Warmluft, die darin kreisend vom Segelflugpiloten zum Höhengewinn genutzt wird). Entgegen der Prognose standen diese aber nicht oberhalb der Gipfel. Die Wolkenbasis lag deutlich niedriger in nur knapp 2000 m. Die Struktur der östlichen Südalpen mit den breiten in Ost-West Richtung verlaufenden Tälern mit vielen, für Außenlandungen geeigneten Wiesen und Feldern, sowie die über den ganzen Tag sonnenbeschienenen langen Südflanken der parallel verlaufenden Gebirgszüge ermöglichen dem geübten Segelflieger aber auch unter diesen Bedingungen sichere und lange Streckenflüge.

 

Der Berg ruft 

Somit war aber klar, dass der Flug zumindest in der Anfangsphase, bis sich die Wolkenbasis im Tagesverlauf evtl. hebt, nicht entspannt oberhalb der Gipfel sondern tief im Relief, oft nur wenige Spannweitenbreiten entfernt entlang der schroffen Felswände und Berghänge verlaufen musste.  Das fliegen so tief im Gebirge erfordert als oberste Priorität ein hochkonzentriertes Fliegen mit ständiger Vergewisserung einer Außenlandemöglichkeit im Gleitbereich des Segelflugzeuges. Die ASH 26 E die ich flog, verfügt zwar über einen im Rumpf eingebauten Motor mit ausfahrbarem Propeller, dennoch gilt es immer so zu fliegen wie in einem unmotorisierten Segelflugzeug. Es kann nie mit hundertprozentiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die zwar sehr zuverlässigen Motoren einmal eben nicht direkt anspringen. Dies hätte im Hochgebirge fatale Folgen, denn oft würde hier die Zeit für weitere Anlassversuche fehlen. Gleichzeitig sind permanente Wetterbeobachtung und ein ständiger Abgleich aus voraus erwarteter Wetterentwicklung mit dem dann tatsächlich angetroffenem Wetter zwingend erforderlich, um jederzeit strategische Entscheidungen für den weiteren Flugweg treffen zu können.

Ich kreuzte das Klagenfurter Becken mit der Drau südwärts und flog nach Slovenien, um von dort entlang der Karawanken mit ihren mächtigen hellgrauen Felswänden Richtung Westen weiterzufliegen. Entlang der Julischen Alpen, nördlich des imposanten Felsmassivs des Triglav, überflog ich Kranjska Gora, wenig später die Italienische Grenze und wechselte in die erste Rippe der Karnischen Alpen. Nördlich von Paluzza verlagerte ich den Kurs nach Norden entlang der Italienisch-Österreichichen Grenze, die hier immer über den Grat der etwas niedrigeren südlichen Gebirgskette des Gailtals verläuft und mir somit zu geringfügig mehr Arbeitshöhe verhalf.  Bei Kötschach-Mauthen beginnt das absolut unlandbare ca. 50 km lange, über 1500m hoch gelegene Lesachtal südlich der Lienzer Dolomiten. Dort gilt es extrem vorsichtig vorwärts zu fliegen, nicht zu tief zu sinken, sondern, wie wir sagen, immer oben dran zu bleiben, um bei evtl. ausbleibender Thermik jederzeit zurück ins landbare Gailtal, oder nach halber Distanz auf Flugkurs voraus ins dann breite und landbare Pustertal zu gleiten.

Wie ich am Abend erfuhr hatten sich spätestens hier alle anderen mit mir gestarteten Piloten umentschieden und dem Wetter geschuldet ihre Flüge über den Katschberg nach Norden und dann Richtung Osten entlang der Tauern verlagert, da sie sich dort größere Streckenflüge erhofften. Ich definiere meine Art des Streckensegelfluges aber nicht als Leistungsvergleich mit anderen. Mein Ziel ist nicht, aus einem Tag die größtmögliche Strecke oder das größtmögliche Dreieck, und dies mit der höchst möglichen Durchschnittsgeschwindigkeit, zu fliegen. Ich bin auch nie Wettbewerbe geflogen, sondern mein Bestreben ist, aus einem Segelflug die für mich größtmögliche Faszination, Begeisterung und bleibenden Eindrücke zu gewinnen. Das war  schon immer so. Bei meinem ersten Dreieck, das mich von Katzwinkel nach Trier und Aachen führen sollte, hab ich in Trier kurzerhand umgedreht und bin noch mal die in engen Schleifen zwischen Eifel und Hunsrück mäandernde Mosel bis zur Mündung nach Koblenz geflogen, weil ich von dem Anblick fasziniert war. Und als die Mauer fiel und wir  den 2. Schenkel unsrer Dreiecke endlich in den thermisch günstigen Thüringerwald legen konnten, bin ich über Eisenach und der Wartburg eine halbe Stunde gekreist, das war für mich ein historischer Moment, den ich einfach genießen wollte. Dafür hab ich gerne in Kauf genommen, 50km weniger Tagesleistung zu fliegen.

 

Anflug auf die Drei Zinnen 

Inzwischen war die Wolkenbasis um 2-300 m gestiegen und so entschloss ich mich, mit der gebotenen Vorsicht das Lesachtal zu durchfliegen und erreichte bei Innichen das Pustertal. Von hier konnte ich im Süden, schemenhaft im Gegenlicht, zum ersten Mal an diesem Tag die mächtigen Felsblöcke der Dolomiten wie Schatten ihrer selbst sehen.

Ich überflog Toblach und wechselte je nach Wolkenbild, weiter nach Westen vorfliegend zwischen Nord- und Südseite des Pustertals. Aber das Wetter entwickelte sich weiterhin entgegen der Vorhersage. Von Westen zog eine zwar dünne, aber dennoch die Sonneneinstrahlung abschwächende hohe Stratusbewölkung auf. Nach Norden zwischen den von Gletschern bedeckten Gipfeln der Zillertaler Alpen war ein deutlicher Nordstau mit geschlossener Wolkendecke erkennbar. Die Option über den Brenner auf die Alpennordseite und dort via Zillertal, Pinzgau, Ennstal und Sölcktaler Alpen zurück zu fliegen kam somit nicht in Frage. Südlich strömte Warmluft vom Gardasee ein und drohte der Thermik die Energie zu rauben.

Am Ende des Pustertals nördlich von Brixen sank die Wolkenbasis auf meinem Kurs rapide um viele hundert Meter ab. Aber auch die Sarntaler Alpen, die wie ein hohes Mittelgebirge ohne Felsmassive vor mir lagen, sind deutlich niedriger als die umliegenden Gebirge. So konnte ich diese, langsam zwischen den Wolken sinkend, überfliegen und erreichte Meran. Hier konnte ich entlang des unteren Vintschgau bis zum Ortler blicken und erkannte, dass die Basis dort genauso niedrig war und die Intensität der Quellwolken und somit auch der Thermik, aufgrund der Abschirmung durch die hohe Stratusbewölkung, nachzulassen begann. Der in der Talebene zwar breite, aber vollkommen mit Obstbäumen bepflanzte und somit unlandbare Vinschgau, ist im Segelflug nur bei entsprechend hoher Wolkenbasis sicher zu überfliegen. So entschied ich mich gegen einen Weiterflug, zumal ich nunmehr schon 240 km von Feldkirchen entfernt war.

Immer noch neben den Wolken sinkend musste ich südlich bis nach Bozen ausweichen. Erst dort konnte ich dann wieder in die Thermikaufwinde unter die Wolken fliegen und meinen Flug ohne weitern Höhenverlust fortsetzen. So konnte ich am Ostrand der Sarntaler Alpen ein Stück dem Eisacktal nach Norden folgen.  Gegenüber, im Osten, bot sich mir ein imposanter Blick ins Grödnertal und die westlichen Dolomiten.

 

Lichtspiel an den Drei Zinnen 

Ich kenne diesen Blickwinkel, nur einige hundert Meter tiefer, schon seit meinem 11. Lebensjahr. Seinerzeit war ich im Zuge einer Kinderferienaktion des Roten Kreuz für 4 Wochen in Feldthurns und habe mir damals schon die Namen der gigantischen Felsblöcke, die bei Sonnenuntergang so beeindruckend tief rot erglühen, eingeprägt. Links die Geißler- und die Puezgruppe auf der Nordseite des Grödnertals, am Talende im Osten der mächtige horizontal geschichtete Sellablock mit dem ganzjährig schneebedeckten, weißen Absatz im oberen Drittel, auf der Südseite der Langkofel mit der abfallenden Flanke des Plattkofel, dann die Seiseralm, die größte Alm der Alpen, mit dem Rosengarten im Hintergrund und abschließend im Süden der Schlern oberhalb von Kastelruth.

Seit diesen Kindheitstagen faszinieren mich diese monolithischen, gewaltigen Felsgiganten der Dolomiten. Gemeinsam mit Familie, Freunden, Sport- und Arbeitskollegen habe ich diese einzigartige Bergregion auf unterschiedlichste Weise immer wieder bereist. Zum Bergwandern auf den Klettersteigen, zum Skifahren, auf Cabrio- und Motorradtouren, ja selbst zum Training mit der Tennismannschaft waren wir schon dort. Nun bot sich mir endlich die Gelegenheit, einen lang gehegten Traum zu erfüllen, einmal dort mit dem Segelflugzeug zu fliegen.

Bedingt durch die niedrige Ausgangssituation am Ostrand der Sarntaler Alpen war klar, dass ich den Einstieg in die Dolomiten weit unterhalb der Gipfel und Felsmassive, tief im Tal versuchen musste. Dies erschien mir aber machbar, da zur Not der tief gelegene Flughafen von Bozen dennoch im Gleitflug erreichbar war. Ich sah eine Chance, auch aufgrund meiner guten Ortskenntnisse, evtl. die Dolomiten auf Nord-Ostkurs  zu durchfliegen und dann mit Hilfe der dort wieder ansteigenden Wolkenbasis zurück ins Pustertal zu gelangen und den Heimflug anzutreten.

Aus meiner Position betrachtet standen die ersten Wolken am Ende des nördlich des Grödnertals verlaufenden Villnößtals und dort schon deutlich höher als diejenigen, hier am Osten der Sarntaler, unter denen ich mich momentan noch befand.  Ich wägte die Optionen ab und entschied mich, es zu versuchen. Mit dem unter diesen Bedingungen günstigsten Gleitwinkel und der daraus resultierenden Geschwindigkeit kreuzte ich, in einem Gefühl aus Spannung, Konzentration und Vorfreude, diagonal das Eisacktal nach Nord-Ost.

Dabei öffnete sich der Blick in die Talsohle des engen Grödnertals. Hinter Sankt Ulrich und St. Christina lag am Ende des Tals Wolkenstein vor der mächtigen Sella. Im Sommer ´90 hatte ich dort mit Rainer, einem Freund, Arbeitskollegen und passionierten Bergsteiger, gemeinsam mit unsern Frauen, einen Wanderurlaub verbracht. Zehn Jahre zuvor hatte ich mit Eintritt ins  Berufsleben und zeitnaher Familiengründung Prioritäten setzen müssen und mit dem zu dieser Zeit auf Vereinsebene noch sehr zeitintensiven Segelfliegen aufgehört. Es ließ sich nicht wirklich verantwortlich mit meiner privaten und beruflichen Situation vereinbaren. Bei einem der ausgedehnten, gemütlichen Abende in jenem Urlaub  in Wolkenstein, sind Rainer und ich irgendwie aufs Fliegen zu sprechen gekommen. Ich erzählte von meiner Segelfliegervergangenheit und dass ich sicher, wenn die Kinder mal aus dem Haus seien, spätestens jedoch im Rentenalter, wieder mit dem Fliegen beginnen werde. Rainer erzählte, dass er schon als Junge immer sehnsüchtig dem wunderschönen alten Stieglitzdoppeldecker nachgeschaut habe, wenn dieser die Segelflugzeuge von der Eisernhardt aus, (unserm Siegener Nachbarplatz) an den Himmel schleppte und nach wie vor davon träume, das einmal selbst zu erleben. Gegenseitig steigerten wir uns in eine Schwärmerei, bis meine Frau schließlich sagte: "Jungs, wartet nicht bis es zu spät ist, vielleicht haben sich die Zeiten ja geändert!" Ich scherzte, dass wir dann ja demnächst nicht zum Wandern sondern zum Segelfliegen in die Dolomiten kommen würden.

 

Anspruchsvolles Wetter 

An jenem Abend in Wolkenstein, auf das ich nun blickte, merkte ich, wie die Leidenschaft für die Fliegerei in mir wieder aufstieg und beschloss, das Ganze nach dem Urlaub ernsthaft abzuklären. Am nächsten Wochenende war ich das erste Mal nach 10 Jahren wieder am Platz, ich hatte dies zuvor bewusst vermieden, um mich nicht wieder infizieren zu lassen. Armin Brast, heute seit Jahren unser Vorsitzender, versicherte mir, dass sich die Zeiten tatsächlich deutlich geändert hätten. Der Verein komme Familienvätern und beruflich stark Gebunden im Hinblick auf Anwesenheitszeiten und Diensten sehr entgegen. Kurzum, Armin ließ mir keine Wahl, wer ihn kennt, weiss, was ich meine, setzte mich vorne in den Twin-Astir, einen GFK-Doppelsitzer, und unternahm einen Überprüfungsflug mit mir. Ich hatte bis dato nur Holzsegelfugzeuge geflogen und dennoch war es, als hätte ich nie aufgehört.

Am nächsten Wochenende machte Rainer mit Mitte Vierzig seinen ersten Schulstart und es war auch um ihn geschehen. Er hat die Sache durchgezogen und seinen Jugendtraum nachgeholt! Er hat neben dem Segel- später noch den Motorflugschein gemacht, war lange aktiv im Vorstand tätig und ist mehrmals mit Begeisterung in den Alpen segelgeflogen. Nach fast 25 Jahren hat er vor kurzem den Entschluß gefasst, dass es jetzt altersbedingt reicht. Für all dies, das seinen Ursprung an jenem Abend da hinten im Tal in Wolkenstein nahm, gebührt ihm für immer mein Dank und Respekt.

Ich hatte auf meinem langen Gleitweg über das wolkenlose Eisacktal mehr Höhe verloren als erhofft und so war ich beim Einflug in das Villnößtal gezwungen, unterhalb der 1000m ins Tal abfallenden mächtigen Felsrippen der Geislerpitzen, das zu dieser Tageszeit sonnenbeschienene Talende direkt anzufliegen und erreichte dies daher nur wenig Meter oberhalb der Gampenalm. Vorsichtig den Talkessel abtastend, immer wieder den Blick hinaus aus dem Tal zum eventuell erforderlichen sicheren Ausweg nach Bozen, suchte ich den erhofften Aufwind. Viele Wanderer, die auf der Terrasse der Alm rasteten, standen auf, liefen um das Gebäude, winkten und beobachteten mich. Schließlich fand ich ein anfangs nur schwaches Steigen an einem felsbedeckten Hang etwas westlich der Hütte. So dicht am Hang wäre einkreisen unverantwortlich und leichtsinnig, stattdessen fliegen wir in solchen Fällen flache enge Achten um niemals rechtwinklig Fels oder Hang anzufliegen zu müssen und dabei Gefahr zu laufen, nicht mehr ausweichen zu können. Dies ist zwar mühsam und zeitaufwendig, aber letztendlich die einzig sichere und gleichzeitig erfolgreiche Möglichkeit, dort Höhe zu gewinnen. So konnte ich nach einer gefühlten Ewigkeit den nur ca. 400m höher gelegenen Sattel zwischen Geislerspitzen und Pleitlerkofel  überfliegen und frei vom nächsten Hang endlich wieder einkreisen und somit im Zentrum der Thermik deutlich schneller an Höhe gewinnen und zur Wolkenbasis aufsteigen.

Belohnt wurde ich mit einem unbeschreiblichen Panorama. Im Spiel aus Licht und Schatten der in meinem Rücken schon tiefer stehenden Sonne zeigten sich die Dolomiten in einer Schönheit, wie ich sie, trotz all meiner Besuche, bisher noch nie gesehen hatte und über den Gipfeln und Tälern formte sich ein beeindruckendes Wolkenschauspiel. Einige Cumulanten waren inzwischen überentwickelt, breitgelaufen und an den Unterseiten tiefgrau und schwarz, dies in unmittelbarer Nachbarschaft zu noch blütenweissen, quellenden Cumuluswolken und dazwischen der tiefblaue Alpenhimmel.

Das gigantische Szenario genießend, querte ich das Tal von Alta Badia, flog entlang von Heiligkreuzkogel, Neuner und Zehner weiter Richtung Osten, kreuzte das Valparolatal und konnte über den Flanken des Seekofel nochmal Höhe gewinnen. Im Südosten zwischen den gewaltigen Felsblöcken des Tofane und  Monte Cristallo lag Cortina d´Ampezzo im Sonnenschein.

Nun war klar, was mein nächstes Ziel sein musste. Über den Dürrenstein näherte ich mich von Westen einem der wohl markantesten und meistfotografierten Berge der Welt, den Drei Zinnen. Und als wolle die Natur dramaturgisch noch einen draufsetzen, verschob  sich hier die Wolkenbasis noch einmal stufenförmig auf unterschiedliche Höhen und hinter den Drei Zinnen sanken, wie von einem Bühnenbildner inszeniert, aus schwarzen Wolken weiße Schleier ins Tal Richtung Sexten als umspielten sie die Felstürme.

Ich schaltete alle elektro-akustischen Instrumente aus. Lautlos gleitend näherte ich mich den drei Felstürmen in sicherer Höhe. Ich blieb ca. 20 Minuten in dem Gebiet und habe dieses groß- und einzigartige Panorama und Naturschauspiel aufgesogen und einfach nur genossen.

Dann war es Zeit, endgültig den Heimflug anzutreten. Vorbei an Elfer- und Zwölferkofel verließ ich die Dolomiten Richtung Norden und erreichte wieder das Pustertal. Auf Heimatkurs Richtung Osten waren die Wolken inzwischen zu einer geschlossenen Wolkendecke breitgelaufen, so dass ich nicht mehr mit viel nutzbarer Thermik rechnen konnte.

Ich befand mich in 3080m Höhe und zum 540 m hoch gelegenen Flugplatz in Feldkirchen waren es noch 131 km. Das ist selbst für ein absolutes Hochleistungssegelflugzeug, wie die ASH 26 E, eine spannende Geschichte, zumal am Ende mit der Gerlitzen noch ein 2000m hoher Berg im Weg steht. Letztendlich bin ich eine Stunde lang ohne jeglichen Kreis bis Villach, 19 km vor Feldkirchen geglitten und kam dort in 1100 m an. Rein rechnerisch hätte dies locker bis zum Flugplatz gereicht, aber da ich noch über den Ossiacher See mit seinen nicht immer nachvollziehbaren Windverhältnissen fliegen musste und keine nassen Füße riskieren wollte, bin ich auf Nummer sicher gegangen, habe den Propeller ausgefahren, für 2 Minuten den Motor genutzt und mir mangels Thermik so nochmals 200 m Sicherheitshöhe geholt.

Nach 576 km und  6 1/2 Stunden Flugzeit landete ich wieder in Feldkirchen.

Campus TV - Segelfliegen im SFC Betzdorf Kirchen

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